Allg. Informationen
Dauerausstellungen
Wechselausstellungen
Monatsveranstaltungen
Museumspäd. Angebot
Kulturreferat
Leihausstellungen
Museumsshop
Startseite
Ostpreußisches Landesmuseum in Lüneburg
 
  Wechselausstellungen 2002
 
ab 27. April 2002
Schatzkammer Baltikum
Auf dem Weg zur Museumserweiterung

Ausstellungseröffnung:
Fr 26. April, 19.30 Uhr

Die Bundes-Kulturkonzeption des Jahres 2000 sieht perspektivisch mit der Erweiterung des Ostpreußischen Landesmuseums auch die Errichtung einer deutsch-baltischen Museumsabteilung vor. Sie soll der Pflege der über 700 Jahre währenden Geschichte und Kultur der Deutschen im Baltikum dienen, worunter man im historischen Sinne jene Gebiete versteht, die heute Estland und Lettland sind.

Mit einer aus ganz Deutschland und darüber hinaus zusammenzutragenden Sammlung sollen die Gründung von Städten, die zu Zentren europäischer Kulturlandschaften wurden, die Blüte von Wirtschaft und Kultur im Baltikum sowie die Brückenfunktion zum östlichen Europa einer breiten Öffentlichkeit in den vielfältigsten Facetten nahegebracht werden.

Klingelbeutel, Silber, teilvergoldet,
        Christopher Winter, Mitau 1765
Klingelbeutel, Silber, teilvergoldet,
Christopher Winter, Mitau 1765

Das Kirchengerät aus der Hauptstadt des Herzogtums Kurland stiftete einst Christoph Ernst v. Hohenastenberg.
Leihgabe der Galerie Neuse, Bremen
 
Im Vorgriff darauf möchte das Ostpreußische Landesmuseum, dessen eigenes Darstellungsgebiet sich in geografischer wie inhaltlicher Nähe zum Thema Baltikum befindet, mit einer Kabinettausstellung für die Realisierung der Pläne werben.
In ihr werden Schlaglichter auf Teilbereiche der Perioden deutsch-baltischer Entwicklung geworfen:
Karte: Historisches Baltikum, entspricht etwa dem heutigen Lettland und Estland
Auf Livland unter deutscher Landesherrschaft von 1200 bis 1561, auf das Baltikum unter polnischer und schwedischer Herrschaft zwischen 1561 und 1710/95, auf Rußlands "deutsche" Ostseeprovinzen von 1710/95 bis 1914 sowie auf das Schicksal der Deutschbalten in Estland und Lettland bis zu ihrer Umsiedlung 1940.

Die Ausstellung offenbart, wie notwendig die umfassende Darstellung dieser Etappen deutscher und europäischer Geschichte und Kultur in einem Museumsanbau ist, und möchte eine breite Unterstützung für dieses bedeutende Vorhaben mobilisieren. Lüneburg als Partnerstadt des estländischen Dorpat/Tartu bietet sich in mehrfacher Hinsicht als Standort dafür an.

  Terrakotta-Plastik der Johanniskirche in Dorprat, 14. Jh.

Kirchen gehören zu den ersten Stützpunkten der Christianisierung des heidnischen Baltenlandes: Der ursprünglich etwa 2.000 Plastiken umfassende Terrakottaschmuck ist nicht nur hinsichtlich der Anzahl, sondern auch durch Individualität und Größe der Plastiken einzigartig in den abendländischen Kirchen.

Leihgabe der Stiftung Johanniskirche, Dorpat/Tartu, Estland

Terrakotta-Plastik der Johanniskirche in Dorpat
  Gußeiserner Ofen
Gußeiserner Ofen, sogen. Bilegger, mit Wappen- und Figurenschmuck, Baltikum, 1665

Der ursprünglich wohl zu einem Landadelshaushalt gehörende Ofen erinnert in der Inschrift an einen der bedeutendsten kurländischen Herzöge, Jakob Kettler. Das zwischen 1562 und 1795 relativ selbstständige Herzogtum ist durch Lehnseid der Krone Polens verbunden.

Leihgabe der Carl-Schirren-Gesellschaft, Lüneburg
 
  Elftalerhumpen aus dem Silberschatz der "Schwarzen Häupter" zu Riga, Christopher Dey, Riga, um 1740

Die Kaufleute-Zusammenschlüsse der "Schwarzen Häupter" in Riga, Reval und Dorpat dokumentieren seit der Hanse über Jahrhunderte Einfluß und Wohlstand.

Leihgabe der Compagnie der Schwarzen Häupter zu Riga/der Deutsch-Baltischen Landsmannschaft/des Hessischen Landesmuseums, Darmstadt

Elftalerhumpen
 
Blick von Laaksberg auf Reval, Öl auf Leinwand, um 1850


Blick von Laaksberg auf Reval, Öl auf Leinwand, um 1850

Die im Mittelalter mit Lübecker Stadtrecht versehende Hansestadt gehört neben Riga und Dorpat zu den wichtigsten Städten des Baltikums. Ihre Altstadt ist bis heute ein besonders schönes Beispiel hanseatischer Stadtkultur.

Leihgabe der Carl-Schirren-Gesellschaft, Lüneburg
 

Posthumer Adelsbrief Zar Nikolaus' I. für den Livländischen General-Superintendenten Karl Ernst Berg und seine Nachfahren, St. Petersburg, 5. März 1854

Als im 18. Jh. Estland und Kurland Ostseeprovinzen Rußlands werden, gehören deutsch-baltische Adlige, Militärs und Beamte zu den treuesten Stützen der Zarenherrschaft.

Leihgabe von Dr. Johannes Vollrad v.Berg, Arkansas, USA


Posthumer Adelsbrief
 

Zeugnisse studentischen Verbindungslebens der Universität Dorpat, 19. Jh


Zeugnisse studentischen Verbindungslebens der Universität Dorpat, 19. Jh

Die 1632 vom Schwedenkönig gestiftete und 1802 vom russischen Zaren neu begründete deutschsprachige Landesuniversität wird zum geistigen Zentrum des Baltikums. Die studentischen Korporationen nivellieren die Standesunterschiede ihrer Mitglieder.

Leihgabe der Carl-Schirren-Gesellschaft, Lüneburg
 
[nach oben]    [Wechselausstellungen im Überblick]