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| 18. November 2006 bis 25. Februar 2007 |
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Faszination Glas
Glaskunst aus Thüringen Ausstellungseröffnung: Freitag, 17. November, 19.30 Uhr Museumspädagogisches Begleitprogramm
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Glasmacherei und Glasbläserkunst sind bedeutende Thüringer Handwerkstraditionen, deren Anfänge bis in das späte Mittelalter zurückreichen. Im Thüringer Wald fanden die Glasmacher ideale Bedingungen zur Herstellung von Glas: Quarzsand, Kalk und Holz zum Befeuern der Öfen. Der beschauliche Ort Lauscha ist Zentrum der Thüringer Glastradition |
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| Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Vielseitigkeit der Glasmacher-Kunst in Thüringen. Präsentiert werden Glasfiguren, Vasen, Trinkgläser, kleine und große Glaskunstwerke, traditioneller Christbaumschmuck, Murmeln oder sogar Glasaugen für Menschen. Im Mittelpunkt stehen Glaskünstler aus dem beschaulichen Ort Lauscha, dem Zentrum der Thüringer Glastradition. Die heutige Lauschaer Glasproduktion hat ihren Ursprung im Jahr 1597. Glasmacher und Glasgestalter haben über die Jahrhunderte ihre Erfahrungen weitergegeben und mit jeweils neuen technologischen Erkenntnissen ergänzt. Seit 1853 werden in der Farbglashütte Lauscha vielfarbige Glasröhren und -stäbe zur Weiterverarbeitung gefertigt. Das Glas wird traditionell in so genannten Hafenöfen geschmolzen, von Hand gezogen und anschließend an der Lampe (ursprünglich Paraffinlampe, heute Gasbrenner) weiter verarbeitet |
In Lauscha werden bis heute Kugeln und Formsachen nach traditionellen Vorbildern hergestellt. Zu besonderen Anlässen wie dem Mozartjahr 2006 werden Formen entwickelt und in limitierter Auflage produziert. |
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Die Glasbläserkunst stand nach der politischen Wende als eigenständiges Handwerk vor dem Aus, weil sie in der Handwerksordnung der alten Bundesrepublik Deutschland nicht existierte. Erst nach jahrelanger Intervention der Handwerkskammer Südthüringen und der Thüringer Kunstbläser-Innung wurde der Glasbläserberuf schließlich wieder als Ausbildungs- und Meisterberuf anerkannt.
1848 wurde in Lauscha die Herstellung von "Glasmärbeln" mit einer speziellen Schere patentiert. Bis heute sind die handgefertigten vielfarbigen Glasmurmeln sehr beliebt |
| Die Ausstellung ist ein Beleg für die virtuose Glaskunst, die in Thüringen bis heute gepflegt wird. Sie legt aber auch Zeugnis ab davon, dass es nicht allein um die Bewahrung und Fortführung alter Traditionen geht, sondern auch um innovative Weiterentwicklung auf höchstem Niveau. Nur so ist ein Überleben im Zuge der wachsenden Konkurrenz aus Billiglohnländern in Fernost möglich geworden. In der Ausstellung gibt es einen Verkaufsstand mit original Thüringer Glas. Glasmacher Ricardo Scholz in der Farbglashütte Lauscha. Das Glas wird im Ofen bei 1480 Grad geschmolzen. Aus den vorgeformten so genannten Glasposten werden bis zu 40 Meter lange Glasröhren gezogen |
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Kunstglasbläsermeister Lothar Müller-Schmoß mit einem Glasauge aus seiner historischen Sammlung. In Lauscha wurden Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Menschenaugen-Prothesen in Deutschland hergestellt. Bis heute ein wichtiger Industriezweig der Glasherstellung in Thüringen. |
Museumspädagogisches Begleitprogramm: Vorführungen von Glaskünstlern aus Thüringen: Im Gespräch mit den Glaskünstlern erfahren Sie Interessantes über dieses traditionelle, aber dennoch jung gebliebene Handwerk. Vorführtermine und Verkauf an Wochenenden im Januar und Februar 2007 erfragen Sie im Museum unter der Rufnummer: 04131-75995-0 Museum erleben: Faszination Glas Führung durch die Ausstellung 19.12.2006, 14.30 bis 16.30 Uhr, Eintritt: 4 € (inklusive Kaffee, Tee und Gebäck) Murmelspiele für Kinder für Kinder ab 4 Jahren, Im Januar und Februar 2007, jeden Mittwoch von 14.30 bis 16.00 Uhr 3 € pro Kind, Voranmeldung unter 04131-75995-0 |
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