Veranstaltungen im Ostpreußischen Landesmuseum Vortrag :
"Königin Luise von Preußen
Legende und Wirklichkeit"
Ostpreußisches Landesmuseum
 
  • Mittwoch, 27.04.2005 - 19.30 Uhr
Vortrag:
"Königin Luise von Preußen - Legende und Wirklichkeit"
Vortrag von Günter G. A. Marklein, Jever

Eine Veranstaltung des Kulturreferats für Ostpreußen

Eintritt: 3,-- € (ermäßigt: 2,-- €)
Königin Luise von Preußen zählt zu den politisch einflussreichsten Persönlichkeiten der napoleonischen Zeit. Sie kam am 10. März 1776 in Hannover zur Welt und war die Tochter von Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz. 1793 heiratete sie im Alter von 17 Jahren den späteren Friedrich Wilhelm III. Die Königin gebar zehn Kinder, unter ihnen den späteren preußischen König Friedrich Wilhelm IV., und den späteren deutschen Kaiser Wilhelm I.

Aber Luise begnügte sich keineswegs mit der ihr zugedachten Rolle als Hofdame und Mutter, sondern mischte sich aktiv in die Politik ein. Als Frankreich 1805 Ansbach eroberte und Preußen dadurch latent bedroht war, bewog sie ihren unschlüssigen Mann dazu, ein Bündnis mit Österreich und Russland einzugehen und in den Krieg gegen Frankreich einzutreten.

Nach der preußischen Niederlage 1806 floh sie zusammen mit ihrem Gatten und ihren Kindern nach Königsberg und Memel. In Tilsit versuchte sie im folgenden Jahr vergeblich, mit Napoleon I. mildere Friedensbedingungen für Preußen auszuhandeln.
Königin Luise und König Friedrich Wilhelm III. im Park von Schloß Charlotenburg

Königin Luise und König Friedrich Wilhelm III. im Park von Schloß Charlotenburg
Öl auf Leinwand Friedrich Georg Weitsch, 1799 Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Quelle: Friedrich Ludwig Müller "Luise. Aufzeichnungen über eine preußische Königin", Bonn 2001, S. 70
 
Begegnung zwischen Königin Luise v. Preußen und Kaiser Napoleon am 6. Juli 1807 in Tilsit

Begegnung zwischen Königin Luise v. Preußen und Kaiser Napoleon am 6. Juli 1807 in Tilsit
Öl auf Leinwand Rudolf Eichstaedt, um 1895 Ostpreußisches Landesmuseum
Königin Luise unterstützte die reformerischen Kräfte in Preußen. Sie setzte sich 1804 für die Berufung von Karl August von Hardenberg zum Außenminister und Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein zu einer Art Wirtschafts- und Finanzminister ein.

Damit leistete sie einen wichtigen Beitrag für die Durchsetzung der preußischen Reformen, die u. a. die Gewerbefreiheit, die Befreiung der Bauern, die kommunale Selbstverwaltung und die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht beinhalteten.
 
Im Alter von 35 Jahren starb Luise 1810 in Hohen-Zieritz. Bereits kurz nach ihrem frühen Tod begann die mystische Verklärung der beliebten Königin. Zu ihren Ehren entstanden unzählige Hymnen und verherrlichende Bilder. Noch heute wird sie in vielen Geschichtslexika fälschlicherweise als preußische Herrscherin aufgeführt.

Günter G.A. Marklein ist seit Dezember 2004 Leiter des Bismarck-Museums der Getreuen von Jever in Jever. Von 1996 bis 2004 leitete Marklein das kleine Bismarck-Museum in Bismark (Altmark). Als hervorragender Kenner der preußischen Geschichte - insbesondere Bismarcks - hält Marklein Vorträge und veröffentlicht Bücher. Im letzten Jahr stellte er das Buch "Was würde Bismarck dazu sagen - die heutige Politik im Spiegel Bismarckscher Zitate" fertig.
Das Grabmal der Königin Luise im Mausoleum. Den Marmorsarkophag schuf C. D. Rauch, ein Schüler J. G. Schadows und früher einmal Kammerdiener Luises

Das Grabmal der Königin Luise im Mausoleum. Den Marmorsarkophag schuf C. D. Rauch, ein Schüler J. G. Schadows und früher einmal Kammerdiener Luises
Quelle: Friedrich Ludwig Müller "Luise. Aufzeichnungen über eine preußische Königin", Bonn 2001, S. 133
 
 
 
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