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Ostpreußisches Landesmuseum in Lüneburg
 
  Wechselausstellungen 2004
 
12. März bis 18. April 2004
Juden der Lutherstadt Wittenberg
im III. Reich

Wanderausstellung des Luther-Zentrums Wittenberg.

Gezeigt in Lüneburg im Rahmen der Aktion "Gesicht Zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland e.V.

Ausstellungseröffnung:
Freitag, 12. März, 19.30 Uhr

Ausstellung: Juden der Lutherstadt Wittenberg im III. Reich
 
  Im Rahmen der unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehenden "Aktionswoche gegen Rassismus" vom 15. bis 21. März 2004 präsentiert das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg die von der Landeszentrale für Politische Bildung in Sachsen- Anhalt und dem Luther-Zentrum in Wittenberg veranstaltete Wanderausstellung.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Komplexe:
1933 - 1935 (Von der Machtergreifung bis zu den Nürnberger Gesetzen),
1935 - 1938 Von den Nürnberger Gesetzen bis zur "Kristallnacht") und
1938 - 1945 (Von der "Kristallnacht" bis zur "Endlösung").

 
  Reichsbischof und evangelische Geistlichkeit auf dem Weg in die Wittenberger Schlosskirche im September 1933
Reichsbischof und evangelische Geistlichkeit auf dem Weg in die Wittenberger Schlosskirche im September 1933
Inhaltlich richtet sich der Blick vor allem auf die antisemitische Propaganda, insbesondere unter Berufung auf Martin Luther und die Reformation, auf den Prozess der wirtschaftlichen Erdrosselung der Juden sowie schließlich auf die Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Einwohner einer deutschen Stadt, die von ihrer Größe Lüneburg vergleichbar ist.

Unter den Tätern wie Opfern der in der Ausstellung dargestellten Personen befinden sich auch Ostpreußen.
  Ausstellungs-Autor ist der Direktor des Ostpreußischen Landesmuseums, der auch das Buch zur Ausstellung geschrieben hat:

Ronny Kabus:
"Juden der Lutherstadt Wittenberg im III. Reich."

Wittenberg 2003. 152 Seiten, 271 Abbildungen. 10.- EUR


Schrift des thüringischen Landesbischofs
Martin Sasse von 1938

Schrift des thüringischen Landesbischofs Martin Sasse von 1938
  Oberbürgermeister Werner Faber und der in Wittenberg zum Reichsbischof gewählte Ludwig Müller, flankiert von Angehörigen der Wittenberger SA-Standarte 20, zur Nationalsynode der Deutschen Evangelischen Kirche zu Wittenberg vor dem Rathausportal, 27. September 1933
Nach der Machtergreifung beginnen 1933 unzählige Aufmärsche von SA und SS und lassen unheil erahnen. 1933 ist auch das Jahr der Lutherfeiern zum 450. Geburtstag des Reformators.


Oberbürgermeister Werner Faber und der in Wittenberg zum Reichsbischof gewählte Ludwig Müller, flankiert von Angehörigen der Wittenberger SA-Standarte 20, zur "Nationalsynode der Deutschen Evangelischen Kirche zu Wittenberg" vor dem Rathausportal, 27. September 1933

  Die von vielen deutschen Juden gehegte Hoffnung auf eine "Normalisierung" der gesellschaftlichen Verhältnisse erfüllt sich nicht. Mit den während des Nürnberger NSDAP Parteitags 1935 erlassenen antijüdischen Gesetzen und nachfolgenden Verordnungen wird auch für die Wittenberger Betroffenen die "Rechts"-Grundlage geschaffen, ihre sozialen und ökonomischen Lebensmöglichkeiten weiter einzuschnüren.
Für die 1938 noch ungefähr 50 in Wittenberg lebenden als jüdisch geltenden Einwohner sollten die in den vergangenen fünf Jahren erfahrene politische Entrechtung, gesellschaftliche Isolierung und wirtschaftliche Erdrosselung nur Vorstufen für ein schlimmeres Schicksal sein.
 

Einen Höhepunkt der weiteren terroristischen Nazipolitik gegen sie stellen die an Luthers Geburtstag stattfindenden Ereignisse der "Kristallnacht" dar, in deren Folge die jüdischen Einwohner zunächst in "Judenhäusern" konzentriert und später fast vollständig aus der Lutherstadt vertrieben werden.

Von denen, welchen es nicht mehr gelingt, Deutschland zu verlassen, überleben bis zur Einnahme Wittenbergs durch die Sowjetarmee am 26. April 1945 nur vier in "privilegierter Mischehe" lebende jüdische Einwohner das Inferno der Naziherrschaft. (Privatbesitz)


Rechtsanwalt Hans Ledien (1887-1963) mit seiner
"arischen" Ehefrau Erika in Marienbad, 1931

Rechtsanwalt Hans Ledien (1887-1963) mit seiner arischen Ehefrau Erika in Marienbad, 1931
 
  Museumspädagogisches Begleitprogramm:
  1933 wissen die drei jüdischen Kinder noch nicht, was die neue Zeit für sie bereit hält
1933 wissen die drei jüdischen Kinder noch nicht, was die "neue Zeit" für sie bereit hält

Führung durch die Ausstellung
Für Erwachsenengruppen, Dauer: 60 Minuten,
Gebühr: 21,- Eintritt: 2,-
Für Schulklassen Eintritt und Führung frei

Der Reformator Martin Luther - Kronzeuge des Naziantisemitismus?
Museumsgespräch für Schulklassen der Sekundarstufe II
Dauer: 60 Minuten, Eintritt frei

Vom Erleben jüdischer Kinder in einer deutschen Stadt
Museumsgespräch für Schülerinnen und Schüler
ab der 6. Klasse, Dauer: 60 Minuten, Eintritt frei

 

Termine nach telefonischer Anmeldung:
Ritterstraße 10, 21335 Lüneburg Fon 04131- 759950
Fax - 7599511 / E-mail: info@ostpreussisches-landesmuseum.de

 
 
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