|
|
| 15. November 2003 bis 15. Februar 2004 |
|
Kirche im Dorf
Ausstellung des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, Berlin Ausstellungseröffnung: Dorfkirche in Neuhausen bei Königsberg
|
|
Urkunde des Bischofs Wislaus von Kujawien für den Deutschen Orden mit der Genehmigung des Kirchenbaus im Gebiet Mewe, 1284
Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin |
Die Kirche soll im Dorf bleiben, sagt man, wenn jemand übertreibt und
damit auch seine Lebensordnung gefährdet. Diese Redeweise setzt die dörfliche Gesellschaft voraus,
in der die Kirche den Mittelpunkt darstellte. Die Ausstellung macht die Funktion dieser Pfarrkirche durch Urkunden, Akten, Amtsbücher, Karten, Zeichnungen, Skulpturen und Kirchengerät aus Mittelalter und früher Neuzeit anschaubar. Die Ausstellung zeigt zunächst "Die Kirche als Mitwirkende bei Besiedlung und Erschließung des Landes", denn sie war sowohl zur Zeit des Deutschen Ordens als auch danach in der herzoglichen Zeit stark an der Erschließung des Landes beteiligt. |
|
| "Die Kirche als Ort architektonischer und künstlerischer Anschauung" verdeutlicht, welche künstlerischen Einblicke die Kirche dem Landbewohner vermitteln konnte, die diesem sonst nicht zugänglich gewesen wären. Schreinmadonnen waren eine Besonderheit des Preußenlandes.
Die Ausstattung von Kirchen mit Fresken wird durch neuzeitliche Abmalungen vorgestellt.
Schreinmadonna aus dem Hochaltar der Kirche St. Marien zu Elbing, um 1400 Größte und schönste der preußischen Schreinmadonnen Dauerleihgabe der Union Evangelischer Kirchen im Ostpreußischen Landesmuseum, Lüneburg |
![]() |
|
![]() |
Für "Verkündigung und Seelsorge durch den Pfarrer" werden dessen Hilfsmittel gezeigt - wie
Messbücher und Gesangbücher, aber auch Kirchenordnungen. Die einzelnen kirchlichen Handlungen
wie Taufe, Trauung, Abendmahl und Beerdigung veranschaulichen sich durch obrigkeitliche
Bestimmungen, aber auch durch Abendmahlsgeräte. Schließlich gab es Landpfarrer, die als
Philologen arbeiteten wie Johannes Bretke (gest. 1602), der die ganze Bibel ins Litauische
übersetzte, während andere als Historiker oder Landeskundler tätig waren.
Litauische Bibelübersetzung von Johannes Bretke in acht handschriftlichen Bänden, 1579-1590
|
| Katalog: 316 Seiten, 200 Abbildungen: 29,80 € | ||
| Museumspädagogisches Angebot:
Maria und das Jesuskind
Termine: 10.12., 11.12., 17.12., 18.12. - jeweils von 14.30 bis 16.30 Uhr Anmeldung unter (0 41 31) 7 59 95-0 erforderlich | ![]() Abendmahlskanne aus der Landkirche Kaimen bei Labiau Abraham Wittpahl, Königsberg 1700 Ostpreußisches Landesmuseum, Lüneburg | |
![]() Messbuch für die Diözese Ermland, Straßburg 1497 Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin |
![]() Mondsichel-Madonna aus dem Kronleuchter der Kirche St. Katharina zu Braunsberg, um 1525 Fragment des bedeutendsten Marienleuchters in Altpreußen, Ostpreußisches Landesmuseum, Lüneburg |