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Ostpreußisches Landesmuseum in Lüneburg
 
  Wechselausstellungen 2006
 
11. Febraur bis 07. Mai 2006
Jurist und Sammler in schwerer Zeit
Die Sammlung Königsberger Kunst des Dr. Paul Ronge

Ausstellungseröffnung:
Freitag, 10. Februar, 19.30 Uhr



Charles Girod: Landschaft am Fluss
Aquarell, um 1930 - Privatbesitz

Charles Girod: Landschaft am Fluss - Aquarell, um 1930 - Privatbesitz
 
  Paul Ronge 1932, Fotografie
Paul Ronge 1932, Fotografie
Jurist im NS-Staat: Wer nicht in Parteiorganisationen war, hatte es schwer. Dr. Paul Ronge (1901-1965) war als junger Rechtsanwalt einer von wenigen Juristen in Ostpreußen, die nicht Mitglied waren.

So konnte er weitgehend unabhängig vom staatlich gelenkten Justizapparat arbeiten und vertrat viele im NS-Staat benachteiligte Menschen.

Ronge war ein Freund des ehemaligen Königsberger Bürgermeisters Carl Goerdeler. Daher entging er nach dem 20. Juli 1944 nur knapp der Verhaftung und Hinrichtung.
 
  Im September 1945 floh Ronge mit seiner Familie aus Königsberg. In Berlin konnte er gleich als Rechtsanwalt wieder anfangen, weil seine parteiferne Haltung während des Dritten Reiches bekannt war.

Er wurde einer der bekanntesten Strafverteidiger Berlins, Mitglied des Abgeordnetenhauses und Universitätslehrer.
Eduard Bischoff: Dünenbefestigungsarbeiten
- Öl/Holz, 1940 - Privatbesitz
Eduard Bischoff: Dünenbefestigungsarbeiten
Öl/Holz, 1940 Privatbesitz
   
  Julius Freymuth (?): Leuchtturm in Nidden - Öl/Leinwand - Privatbesitz
Julius Freymuth (?):
Leuchtturm in Nidden

Öl/Leinwand - Privatbesitz
Ronge, ein musischer Mensch, liebte das Theater und die Fotografie, die er selbst ausübte. Er pflegte in seiner Königsberger Zeit viele Kontakte zu Künstlern und legte eine eigene Kunstsammlung an. Allein Werke des Neoklassizismus, der vom NS-Regime geförderten Kunstrichtung, gehörten nicht dazu. Es gelang ihm, einen Teil der Sammlung auf der Flucht zu retten, versteckt in einem Kinderwagen.

Die Sammlung Ronge ist ein Beispiel für viele untergegangene Kunstsammlungen und den ausgeprägten Kunstsinn der Königsberger. Sie umfasst Werke bedeutender Künstler Ostpreußens aus der Zeit von 1920 bis 1944 wie Eduard Bischoff, Erich Behrendt und Julius Freymuth.
 
 
    Begleitprogramm: Veranstaltungsreihe "Museum erleben"
  • 21.3. Schwerer Alltag - frohe Kunst 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr
    Führung durch die Ausstellung Ein Kunsthistoriker führt in das bewegte Leben Paul Ronges ein und zeigt Werke der einzigartigen Sammlung. Anschließend besteht bei Kaffee, Tee und Gebäck die Gelegenheit, über die neuen Eindrücke zu sprechen.

    Eintritt: 4 Euro (inklusive Kaffee und Gebäck)
    Gruppen nach Voranmeldung, gesonderte Termine nach Absprache möglich
Hans Laskowski: Mutter und Kind - Tempera - Privatbesitz
Hans Laskowski: Mutter und Kind
Tempera - Privatbesitz
Julius Freymuth: Paul Ronge mit Weinglas,
Farbstiftzeichnung, 1938 - Privatbesitz
Julius Freymuth: Paul Ronge mit Weinglas,
Farbstiftzeichnung, 1938 - Privatbesitz
   
 
 
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