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| 01. Juli bis 22. Oktober 2006 |
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Zwischen Haff, Heide, Harz und Helgoland
100 Jahre staatlicher Naturschutz Ausstellungseröffnung: Freitag, 30. Juni, 19.30 Uhr
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![]() Hugo Conwentz (1855–1922), Museumsdirektor in Danzig und erster Leiter der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen |
Die Geschichte des staatlichen Naturschutzes in
Deutschland begann im Osten. Am 22. Oktober 1906 wurde in Danzig die Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege
in Preußen eingerichtet. Sie sollte den Naturschutzgedanken in der Bevölkerung verankern und für
alle amtlichen Planer und Entscheidungsträger beratend
tätig sein. Ihr erster Leiter war Hugo Conwentz, Gründer und Direktor des Westpreußischen Provinzialmuseums. Der Begriff Naturdenkmal steht für besondere, schützenswerte „Einzelschöpfungen der Natur“ und umfasst Landschaftsteile wie Felsen, Findlinge, Höhlen, aber auch bemerkenswerte Einzelbäume oder Populationen seltener Tier- oder Pflanzenarten |
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| 1910 verlegte die Staatliche Stelle ihren Sitz nach Berlin, 1919 erhielt der Schutz der "Naturdenkmäler" Verfassungsrang, 1920 erfolgte mit der Neufassung des preußischen Feld- und Forstpolizeigesetzes die erste Berücksichtigung von Naturschutzbelangen in einem Ländergesetz in Deutschland. Ein wirkungsvolleres Instrument wurde jedoch erst unter den Nationalsozialisten geschaffen, als der Naturschutz in die Obhut des Reichsforstministeriums kam und 1935 das Reichsnaturschutzgesetz verabschiedet wurde. Dessen Bestimmungen wurden in der DDR 1954, in der Bundesrepublik erst 1976 novelliert.
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Aus einem bescheidenen Anfang wurde im Lauf der Jahrzehnte eine breite Bewegung, deren Notwendigkeit im Bewusstsein der Bevölkerung zunehmend verankert wurde. Bereits bei Kriegsbeginn 1939 waren über 700 Naturschutzgebiete ausgewiesen worden. 1970 wurde der Bayerische Wald als erster von heute 14 Nationalparken eingerichtet. Heute steht die Fülle der gesetzlichen Regelungen ebenso wie die Zahl der geschützten Objekte wie Gebiete, der Naturdenkmale, der Natur- und Landschaftsschutzgebiete, der Naturparke usw. für eine Erfolgsgeschichte. Aufruf des Vereins Naturschutzpark, um 1910. Der Verein hatte sich 1909 mit dem Ziel, auch in Deutschland Großschutzgebiete zu verwirklichen, gegründet |
| Museumspädagogisches Begleitprogramm: 100 Jahre staatlicher Naturschutz Führung für Erwachsene und Schulklassen (ab 6. Klasse) Termin nach telefonischer Vereinbarung Führungsgebühr 25 €, zzgl. 2 € Eintritt pro Person, Schulklassen haben freien Eintritt Veranstaltungsreihe „Museum erleben“ am 01.08.06: Vom Wert der Natur. Der Naturschutz und seine Geschichte (Führung durch die Ausstellung) 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr Eintritt: 4 € (inklusive Kaffee und Gebäck) Gruppen nach Voranmeldung gesonderte Termine nach Absprache möglich |
Alfred Jentzsch (1850–1925), Direktor des Ostpreußischen Provinzialmuseums und königlicher Landesgeologe in Königsberg, verfasste 1900 eine Liste der „Naturdenkmäler“ in Ostpreußen. Sie stellte besonders deren Schutzwürdigkeit heraus und war damit wegweisend für ganz Deutschland |
Julius Wentscher: Samland-Steilküste. Öl/Leinwand, 1893. Die interessanten Steilküsten bei Warnicken und Brüsterort wurden bereits 1934 als Naturschutzgebiet „Samländischer Küstenhain“ gesichert |
Grünes Tor in Danzig (Aufnahme vor der Zerstörung 1945). Sitz des Westpreußischen Provinzialmuseums ab 1880 und der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege von 1906 bis 1910 |