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Ostpreußisches Landesmuseum in Lüneburg
 
  Wechselausstellungen 2006
 
01. Juli bis 22. Oktober 2006
Zwischen Haff, Heide, Harz und Helgoland
100 Jahre staatlicher Naturschutz

Ausstellungseröffnung:
Freitag, 30. Juni, 19.30 Uhr


Gerhard Eisenblätter: Dünen der Kurischen Nehrung bei Pillkoppen, Öl/Hartfaser, 1974
Die Dünenregion der Kurischen Nehrung war Naturschutzgebiet und bereits 1938 als Nationalpark vorgesehen, dessen Realisierung durch den Zweiten Weltkrieg verhindert wurde

Gerhard Eisenblätter: Dünen der Kurischen Nehrung bei
Pillkoppen, Öl/Hartfaser, 1974
 
  Hugo Conwentz (1855–1922), Museumsdirektor in Danzig und erster Leiter der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen
Hugo Conwentz (1855–1922),
Museumsdirektor in Danzig und
erster Leiter der Staatlichen Stelle
für Naturdenkmalpflege in Preußen
Die Geschichte des staatlichen Naturschutzes in Deutschland begann im Osten. Am 22. Oktober 1906 wurde in Danzig die Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen eingerichtet. Sie sollte den Naturschutzgedanken in der Bevölkerung verankern und für alle amtlichen Planer und Entscheidungsträger beratend tätig sein.

Ihr erster Leiter war Hugo Conwentz, Gründer und Direktor des Westpreußischen Provinzialmuseums. Der Begriff Naturdenkmal steht für besondere, schützenswerte „Einzelschöpfungen der Natur“ und umfasst Landschaftsteile wie Felsen, Findlinge, Höhlen, aber auch bemerkenswerte Einzelbäume oder Populationen seltener Tier- oder Pflanzenarten
 
  1910 verlegte die Staatliche Stelle ihren Sitz nach Berlin, 1919 erhielt der Schutz der "Naturdenkmäler" Verfassungsrang, 1920 erfolgte mit der Neufassung des preußischen Feld- und Forstpolizeigesetzes die erste Berücksichtigung von Naturschutzbelangen in einem Ländergesetz in Deutschland.

Ein wirkungsvolleres Instrument wurde jedoch erst unter den Nationalsozialisten geschaffen, als der Naturschutz in die Obhut des Reichsforstministeriums kam und 1935 das Reichsnaturschutzgesetz verabschiedet wurde. Dessen Bestimmungen wurden in der DDR 1954, in der Bundesrepublik erst 1976 novelliert.


Alte Eiche in Cadinen am Frischen Haff
(kolorierte Postkarte, um 1910).

Dieser mehrere hundert Jahre alte Baum
wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg
als Naturdenkmal unter Schutz gestellt
und steht noch heute

   
  Aus einem bescheidenen Anfang wurde im Lauf der Jahrzehnte eine breite Bewegung, deren Notwendigkeit im Bewusstsein der Bevölkerung zunehmend verankert wurde. Bereits bei Kriegsbeginn 1939 waren über 700 Naturschutzgebiete ausgewiesen worden.

1970 wurde der Bayerische Wald als erster von heute 14 Nationalparken eingerichtet. Heute steht die Fülle der gesetzlichen Regelungen ebenso wie die Zahl der geschützten Objekte wie Gebiete, der Naturdenkmale, der Natur- und Landschaftsschutzgebiete, der Naturparke usw. für eine Erfolgsgeschichte.


Aufruf des Vereins
Naturschutzpark, um 1910.

Der Verein hatte sich 1909 mit dem Ziel, auch in Deutschland Großschutzgebiete zu verwirklichen, gegründet
  Museumspädagogisches Begleitprogramm:
100 Jahre staatlicher Naturschutz
Führung für Erwachsene und Schulklassen (ab 6. Klasse)
Termin nach telefonischer Vereinbarung
Führungsgebühr 25 €, zzgl. 2 € Eintritt pro Person,
Schulklassen haben freien Eintritt

Veranstaltungsreihe „Museum erleben“ am 01.08.06:
Vom Wert der Natur. Der Naturschutz und seine
Geschichte (Führung durch die Ausstellung)
14.30 Uhr bis 16.30 Uhr
Eintritt: 4 € (inklusive Kaffee und Gebäck)
Gruppen nach Voranmeldung
gesonderte Termine nach Absprache möglich
Alfred Jentzsch (1850–1925), Direktor des Ostpreußischen Provinzialmuseums und königlicher Landesgeologe in Königsberg, verfasste 1900 eine Liste der „Naturdenkmäler“ in Ostpreußen. Sie stellte besonders deren Schutzwürdigkeit heraus und war damit wegweisend für ganz Deutschland
Alfred Jentzsch (1850–1925), Direktor des Ostpreußischen Provinzialmuseums und königlicher Landesgeologe in Königsberg, verfasste 1900 eine Liste der „Naturdenkmäler“ in Ostpreußen. Sie stellte besonders deren Schutzwürdigkeit heraus und war damit wegweisend für ganz Deutschland
   
Julius Wentscher: Samland-Steilküste. Öl/Leinwand, 1893. Die interessanten Steilküsten bei Warnicken und Brüsterort wurden bereits 1934 als Naturschutzgebiet Samländischer Küstenhain gesichert
Julius Wentscher: Samland-Steilküste. Öl/Leinwand, 1893. Die interessanten Steilküsten bei Warnicken und Brüsterort wurden bereits 1934 als Naturschutzgebiet „Samländischer Küstenhain“ gesichert
Grünes Tor in Danzig (Aufnahme vor der Zerstörung 1945). Sitz des Westpreußischen Provinzialmuseums ab 1880 und der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege von 1906 bis 1910
Grünes Tor in Danzig (Aufnahme vor der Zerstörung 1945). Sitz des Westpreußischen Provinzialmuseums ab 1880 und der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege von 1906 bis 1910
   
 
 
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