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Ostpreußisches Landesmuseum in Lüneburg
 
  Wechselausstellungen 2002
 
09. März bis 25 August 2002
Der Maler und Nazigegner
Emil Stumpp

Köpfe und Landschaften aus bewegter Zeit

Ausstellungseröffnung:
Fr 08. März, 19.30 Uhr

Museumspädagogisches Begleitprogramm

Selbstbildnis mit Tochter Hilde, Lithografie 1923
Selbstbildnis mit Tochter Hilde,
Lithografie 1923
  Ministerpräsident Otto Braun, Lithografie 1931
Ministerpräsident Otto Braun,
Lithografie 1931
Der 1886 im badischen Neckarzimmern geborene Emil Stumpp hat zwei große Begabungen: Kunst und Sprachen. Nach der Schulzeit und einem Semester an der Karlsruher Kunstakademie entscheidet er sich für die Lehrerausbildung.

Sein Studium absolviert er in Marburg und Uppsala. Nach dem Staatsexamen 1914 wird er zum Kriegsdienst eingezogen, in dem er zum Leutnant aufsteigt.

Der Krieg, den er mit dem Skizzenbuch in der Tasche durchlebt, bringt ihn 1918 nach Königsberg. Hier beginnt er seine Lehrerlaufbahn 1919 am Hufengymnasium.

Obwohl er eine Frau und fünf Kinder versorgen muss, verlässt er 1924 doch seine sichere Beamtenstelle, um freischaffender Künstler zu werden.

  Seine rasche Auffassungsgabe und sein Schnelligkeit gewohnter Zeichenstift machen ihn zu einem der bekanntesten Pressezeichner zwischen 1924 und 1933.
Er trifft und zeichnet fast alle, die Rang und Namen haben in Politik, Wissenschaft, Literatur, Kunst und Sport.

Nach dem Berufsverbot durch die Nationalsozialisten, das er als linker Sozialdemokrat 1933 bekam, versucht er, verstärkt im Ausland Aufträge zu erhalten, um seine Familie in Königsberg weiter ernähren zu können.

1940 wird er aufgrund kritischer Äußerungen denunziert, verhaftet und verurteilt. Er stirbt am 05 April 1941 im Gefängnis in Stuhm (Westpreußen) an den Bedingungen der Haft.

Käthe Kollwitz, Lithografie 1924
Käthe Kollwitz, Lithografie 1924
  Marienwerder, Aquarell 1931
Marienwerder, Aquarell 1931


Stumpp arbeitet in erster Linie als Porträtzeichner. Darüber hinaus entstehen viele Landschafts- und Charakterstudien, in denen er auch seine Wahlheimat Ostpreußen festhält.

Die Ausstellung, die aus dem reichen Nachlass schöpfen kann, bietet einen Einblick in das umfangreiche Schaffen dieses ungewöhnlichen Künstlers.

Begleitbuch:
Detlef Brenneke, Michael Stumpp:
Emil Stumpp, ein Zeichner seiner Zeit.
Berlin-Bonn, 1988
252 Seiten
10,- Euro

 
 
Erich Mendelsohn, Lithografie 1925
Erich Mendelsohn, Lithografie 1925
Reichspräsident Friedrich Ebert, Lithografie 1923
Reichspräsident Friedrich Ebert,
Lithografie 1923
 
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